Keine schnelle EU-Hilfe für Bauern in Sicht

Landwirtschaftstag in Linstow: Wissenschaftler rät zu Orientierung auf Tierwohl und Nachhaltigkeit

Auszug aus der Pressemitteilung

Linstow. Angesichts niedriger Erlöse hoffen die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern auf Hilfe aus der Politik. Ein Ziel ist die Aufhebung des Russlandembargos. Aber auf dem Landwirtschaftstag in Linstow (Landkreis Rostock) gab es gestern wenig Hoffnung auf echte Hilfe.

„In Brüssel wird langfristig Politik gemacht und das Budget ist bis 2020 festgelegt“, sagte der Agrarhandelsexperte der EU-Kommission, Willi Schulz-Greve. Hoffnung auf Unterstützung kam aber vom Lebensmitteleinzelhandel. Die Aktion „Tierwohl“, bei der Nutztierhalter Geld für tiergerechtere Produktion erhalten, soll fortgesetzt werden, sagte Mitinitiator Ludger Breloh von der Rewe Group. Ob die Summe von bisher 85 Millionen Euro im Jahr erhöht wird, wie die Bauern fordern, ließ Breloh aber offen. Sein Konzern, der 52 Milliarden Umsatz
im Jahr mache, will auch Nachhaltigkeit in der Agrarproduktion stärker fördern.

Die Bauern beklagen seit Wochen zu niedrige Preise bei Milch, Schweinefleisch und inzwischen auch bei Getreide. Die Tagung mit rund 500 Gästen wurde von den Volks- und Raiffeisenbanken organisiert, die zu den wichtigsten Kreditgebern der Agrarbranche gehören ...

 

Ostsee-Zeitung | Mantel-Ausgabe  

18.02.2016