Startschuss fürs Ausbildungsjahr

Pommersche Volksbank hat drei neue Azubis. Insgesamt sind in der Region noch 1200 Stellen offen.

Die neuen Auszubildenden der Pommerschen Volksbank mit ihren Betreuern.

Von links Jens Hauschild, Vivien Recker, Wiebke Breier, Sylke Broß, Christoph Lietzau und Philipp Bieck.

Foto: Peter Schlag

Grimmen (OZ) - „Der Umgang mit Kunden, der persönliche Kontakt, war mir wichtig. Und beim Praktikum habe ich gesehen, dass das gut funktioniert.“ Wiebke Breier hat an diesem 1.August ihren ersten Tag bei der Pommerschen Volksbank. Die 18-jährige Grimmenerin ist eine von drei neuen Auszubildenden — Bankkauffrau wird auch die Grimmenerin Vivien Recker, Bankkaufmann der Rüganer Philipp Bieck (beide 19). „Der Ausbildungsplan wird von der Industrie- und Handelskammer vorgegeben, der Schwerpunkt liegt bei uns auf dem vertrieblichen Bereich“, erläutert Sylke Broß, die — gemeinsam mit Christoph Lietzau und Jens Hauschild — die Betreuung der neuen Azubis übernimmt. Ursprünglich hatte die Pommersche Volksbank sechs Ausbildungsplätze bereit gestellt. Nur drei konnten jedoch besetzt werden. Folge des demographischen Wandels, denn derzeit kommen eher geburtenschwache Jahrgänge aus der Schule, die Zahl der Bewerber sinkt. Wobei, betont Vorstand Holger Scheew, den Auszubildenden der Pommerschen Volksbank eine dauerhafte Perspektive winkt — in Form eines Anstellungsvertrages nach der Ausbildung. Gute Leistungen natürlich vorausgesetzt. Schon jetzt können sich junge Leute übrigens bei der Volksbank zwecks Ausbildung ab 2013 melden. „Die Bewerbungen sollten bis 30. September 2012 bei uns vorliegen“, so Sylke Broß.

Die Pommersche Volksbank hat ihre neuen Auszubildenden. Andere Firmen in Vorpommern suchen noch händeringend junge Leute. Insgesamt, erläutert Dr. Jürgen Radloff, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, sind in der Region zwischen Rügen und Trebeltal noch 1218 Ausbildungsplätze unbesetzt.

Die meisten dieser Stellen werden wohl offen bleiben. „Zurzeit suchen gerade einmal 469 Jugendliche in unserer Region noch eine Lehrstelle“, so der Agentur-Chef: „Viel zu wenig für die noch freien Stellen. So werden auch in diesem Jahr sehr wahrscheinlich wieder viele Ausbildungsplätze nicht besetzt werden können, ganz einfach, weil die Jugendlichen fehlen.“ So war es schon im vergangenen Jahr. Damals blieben im September, beim Start des neuen Ausbildungsjahres, 532 Ausbildungsplätze offen.

2012 ist die Situation nicht anders. Gute Zeiten für Bewerber — schlechte für Unternehmen? Die hiesigen Firmen, meint Jürgen Radloff, stünden in Konkurrenz zu den Unternehmen in anderen Bundesländern. „Gerade die gute Schulabgänger schauen sehr genau auf die Ausbildungsbedingungen der angebotenen Lehrstelle. Und das nicht nur bei den Unternehmen in MV, sondern auch in anderen Ländern“, erläutert der Agentur-Chef: „Im Prinzip lässt sich die Lösung des Bewerbermangels auf eine einfache Formel bringen: Wer die attraktivsten Ausbildungsbedingungen bietet, der gewinnt.“

Peter Schlag

 

Ostsee-Zeitung | Ausgabe Grimmen

02.08.2012